Deutscher Rodeo Sportverein e.V.
Deutscher Rodeo Sportverein e.V.

Die Tradition des professionellen Rodeo-Sports in Deutschland

 

1971 veranstaltete Alan Jacob zum ersten mal ein Rodeo in Deutschland. 32 Jahre lang hielt er diese Tradition durch 10 bis 15 Rodeo-Veranstaltungen pro Jahr aufrecht, bis er 2003 verstarb.

 

Alan Jacob ist in der Pferdewelt bekannt, da er die ersten Quater Horses nach Deutschland bzw. Europa brachte. Er gründete 1975 die DQHA (Deutsche Quarter Horse Association). Alan Jacob wurde im Februar 2001 zum Ehrenmitglied gewählt und in die Hall of Fame der DQHA aufgenommen.

 

 

Der professionelle Rodeo-Sport selbst

 

Eine Rodeo-Veranstaltung bei Rodeo America ist ein Wettbewerb mit klaren Regeln. Dieses Regelwerk (Rulebook) wurde seit der Gründung der ERCA (European Rodeo Cowboy Association) vor 40 Jahren ständig weiterentwickelt.

Die Teilnehmer der Rodeo-Veranstaltung tragen sich in das Meldebuch ein und bezahlen ihr Startgeld. Die Zeiten der Teilnehmer werden von Zeitnehmern gestoppt. Die Preisrichter richten über den Reitstil des Reiters und den Schwierigkeitsgrad der Tiere. Nach dem letzten Rodeodurchgang eines Wochenendes werden die Preise verliehen. Es werden Ranglisten für die jeweiligen Disziplinen geführt. Am Ende des Jahres wird die Europameisterschaft durchgeführt, auf die jeder Reiter hinarbeitet. Somit erfüllen wir alle Voraussetzungen, um als Sport zu gelten.

Die Rodeo-Reitvereine in Deutschland sind als Sportvereine anerkannt. Der Reitbetrieb ist Mitglied des Hessischen Reit- und Fahrverbandes sowie des Reitsportverbandes Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. (FN). Unter all diesen Gesichtspunkten ist professionelles Rodeo in Deutschland als Sport anerkannt.

Es gibt auch einige unprofessionelle Rodeo-Veranstalter, die jährlich Rodeos auf ihren Reiterhöfen durchführen. Dort sitzen ungeschulte Reiter auf den Tieren. Von diesen Rodeo-Veranstaltungen möchten wir uns ausdrücklich distanzieren.

 

 

Die professionellen Rodeo-Tiere in Deutschland

 

Es gibt den Rodeo-Sport in Deutschland bereits seit fast 40 Jahren und schon immer war der Aspekt der Tierhaltung und auch der Einsatz der Pferde und Bullen in der Arena Gesprächsstoff unzähliger Diskussionen – wie übrigens manche Disziplinen des klassischen Reitens oder des Westernreitens ebenfalls! In dieser Zeit haben eine Vielzahl von Amtstierärzten dieses Rodeo kontrolliert, den Zustand der Tiere überprüft und auch deren Verhalten beobachtet. Ergebnisse dieser Untersuchungen waren bisher immer ohne Beanstandungen bezüglich des Tierschutzes. Was aber immer sehr auffällig war und auch heute noch ist: die meisten Diskussionen fanden auf Grund von Unkenntnis oder falschen Informationen statt.

 

 

Die Wildpferde

 

Die ersten 20 Jahre wurden in Europa Rodeos fast nur mit Broncs, den amerikanischen Wildpferden veranstaltet.

Seit die argentinischen Criollos in großer Zahl von Italien importiert werden, haben sie ihren Platz im Rodeo gefunden. Es sind zum Teil unreitbare Pferde, die aus diesem Grund als Schlachtpferde importiert werden. Eine Eignung zum Rodeo-Sport beschert diesen Pferden oft viele Jahre weiteres Leben. Die Rodeos finden weitgehend in den Sommermonaten und meist nur an Wochenenden statt. Die ganze Zeit über werden die Tiere artgerecht in der Herde gehalten.

Das Alter der Pferde während ihres Einsatzes liegt bei ca. 8-15 Jahren. Allerdings ist es keine Seltenheit, dass Tiere mit über zwanzig Jahren beim Rodeo zu finden sind.

Durch die – zu jedem anderen Pferdesport – vergleichbare sehr geringe Nutzung, sind die üblichen Verschleißerscheinungen, wie Hufrolle, Spat, chronische Sehnenentzündungen und Arthrosen nicht vorhanden.

Es finden sich beim Rodeo auch deutsche Pferde, die als unreitbar galten und von Ihren Besitzern abgeben wurden, da man für diese Pferde keine andere Lösung sah!

 

 

Die Bullen

 

Bei den Bullen handelt es sich um mindestens dreijährige Tiere aus Extensivhaltung. Die Tiere sind es gewohnt, sich zu bewegen. Dies wird beim Rodeo noch zusätzlich gefördert, indem man die Tiere alle zusammen im Herdenverband hält. Alle Bullen werden regelmäßig auf BHV1, Leukose und Brucellose untersucht. Die Bullen sind gegen Tollwut und die Blauzungenkrankheit geimpft, um einer Ansteckung vorzubeugen.

 

 

Das Buckeln der Tiere

 

Das Buckeln der Tiere ist ein natürlicher Instinkt. Dieses Verhalten wird beim Rodeo noch zusätzlich trainiert. Am Anfang eines Rodeo-Tierlebens steht deshalb das Training. Das heißt, der Reiter setzt sich auf das Tier und läst sich schon nach wenigen Sekunden herunterfallen. Das Tier kommt sofort in den Stall und wird gefüttert. Für den Rest des Tages wird das Tier dann nicht mehr geritten. Erst am nächsten Tag wird dieses Training wiederholt. Das Tier merkt sich: Wenn ich buckele fällt mein Reiter herunter und ich habe meine Ruhe. So wird das Tier darauf konditioniert, kräftig zu buckeln. Man erreicht genau das Gegenteil des Einreitens.

Das Tier geht immer als Sieger aus der Arena, da es seinen Reiter immer los wird, ob durch Buckeln oder durch die Pick Up Men, die den Reiter nach seinem 8 Sekunden-Ritt abholen.

Das Tier merkt sich auf diese Weise, dass Buckeln zum Erfolg führt.

 

 

Die Sporen

 

Die Sporen entsprechen den Leitlinien „Tierschutz im Pferdesport“, herausgegeben vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Sie sind Abgerundet und stumpf, bei den Bullen sogar noch abgeklebt. Sie müssen so beschaffen sein, dass sie bei sachgerechter Anwendung nicht zu Stich- oder Schnittverletzungen führen.

Mit den Sporen wird nicht auf die Pferde eingetreten oder eingehauen. Die Sporen rollen im Schulterbereich der Pferde auf und ab. Wenn Verletzungen entstehen würden, würden diese den Amtstierärzten sofort auffallen.

 

 

Der Flankengurt

 

Ein beliebtes Thema, dass immer wieder zeigt, dass die meisten Diskussionen durch Unwissenheit entstehen. Die beliebteste Falschaussage: „Den Pferden werden die Hoden eingequetscht“ IST FALSCH! RICHTIG IST: Beim Rodeo gibt es nur Stuten und Wallache!

Dem Pferd wird der Flankengurt wie ein Gürtel um die Hüfte gelegt. Beim Start aus der Startbox wird dieser Flankengurt angezogen. Dies ist das Buckelsignal für das Pferd. Der Flankengurt ist allerdings nicht arretiert, sondern löst sich sofort von selbst wieder und gibt dem Pferd soviel Raum, wie es braucht.

Damit sich die Tiere keine Scheuerwunden zuziehen können, ist der Flankengurt mit Lammfell überzogen, und wird mit Babypuder eingepudert.

Der Flankengurt hilft, das Buckeln kontrolliert zu unterstützen. Auch ohne Flankengurt würde das Tier buckeln, aber unter Umständen würde es auch versuchen, den Reiter durch mehr Tempo abzuwerfen. Der Flankengurt verhindert die völlige Körperstreckung, so dass die Energie des Buckelns mehr in die Höhe, als in flache und weite Bocksprünge investiert wird. So kann man den Aufbau von sehr hohen Geschwindigkeiten kontrollieren, die unter Umständen in der Kurve am Ende der Arena zu Stürzen des Pferdes führen könnten. Die Tiere würden hierbei zu schnell und das Risiko eines Sturzes für Tier und Reiter zu hoch.

 

 

Die Haltung der Tiere

 

Bei Rodeo America hat man einen neuen mobilen Stallbereich für die Tiere entwickelt. Die so genannte Holding Pens (Panel-Boxen) sind alle überdacht und bieten einen Schutz vor Sonne und Regen. Die Tiere haben permanenten Zugang zu Heu und werden zwei mal täglich mit Kraftfutter versorgt. Die Pferde leben auf Koppeln und die Bullen in der Arena, um den nötigen sozialen Kontakt zur Herde zu halten und sich frei bewegen zu können. Von 365 Tagen im Jahr stehen unsere Tiere nachweislich nur 15 Tage in ihren Stallungen. Sicher ist dies eine Pferdehaltung, die sich so manches Sportpferd oder so mancher Mastbulle wünschen würde.

 

 

Der Professionelle Rodeo-Sport in Deutschland und der Tierschutz

 

Immer wieder kommt es vor, dass Unwissenheit und falsche Informationen das Bild von Rodeo America trüben.

Auch das Gutachten der TVT (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.) ist wenig hilfreich, da in diesem Gutachten viele Rodeo-Veranstalter in einen Topf geworfen wurden.

Die Autoren des TVT-Gutachtens waren größtenteils nie selbst auf einer Rodeo-Veranstaltung, sondern haben dieses Gutachten nur anhand von Videoaufzeichnungen erstellt, von denen keiner so genau weiß, woher sie stammen.

Missverständnisse und Unwissenheit tun ihr übriges zu diesem Gutachten. Das Gutachten selbst geht von einer Zurschaustellung aus, professionelles Rodeo ist aber Sport!

Es gab auch Tierärzte, die an diesem Gutachten mitwirkten, ihre Unterschrift dann aber verweigerten, da dieses Gutachten wissenschaftlich nicht fundiert ist. Das ist die Meinung vieler Fachtierärzte, Amtstierärzte und Wissenschaftler.

Schon 1980 hat der Deutsche Tierschutzbund. e.V. das Rodeo (damals Rodeo USA) besichtigt. Bereits damals hat der Geschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes e.V. festgestellt, dass keine tierschutzwidrigen Handlungen vorliegen. Seit dieser Zeit stehen wir laufend unter Beobachtung, insbesondere von Amtsveterinären, die bei jedem Besuch feststellen, dass keine Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vorliegen.

Die vorliegenden Berichte von Tierärzten, von Fachtierärzten für Verhaltenskunde, von Fachtierärzten für Pferde, von einem Fachtierarzt für Tierschutz, von TVT-Mitgliedern, von einem Veterinärdeligierten des Weltreiterverbandes, vom Tierschutzbeauftragten des Hessischen Reit- und Fahrverbandes e.V. und von vielen Amtstierärzten bescheinigen Rodeo America eine einwandfreie Tierhaltung sowie dem professionellen Rodeo selbst eine Jahrzehnte lange einwandfreie Einhaltung der geltenden Tierschutzgesetze.